KategorieSchule

Überlegungen zum Fernunterricht / digital unterstützten Unterricht

Problem der vielen besten „Tools“

Immer wieder wird der Ruf nach dem tollen „Tool“ laut, damit man den besten Unterricht (digital unterstützt oder komplett digital) machen kann.
Und ich kann verstehen, dass man keinen Fuhrpark voller Programme benutzen möchte / sollte. Immerhin müssen sich ja alle beteiligte auf diese Programme einstellen und lernen damit umzugehen.
Die Beteiligten das sind natürlich ich, als der Lehrer und meine Schüler. Doch denken wir das ganze mal weiter.

An einer Schule unterrichten viele Lehrer noch mehr Schüler. wenn jetzt jeder Lehrer mit seinen Schülern sein bester „Tool“ nutzt, dann kann das für alle verwirrend werden.

Die Schüler müssen sich auf die verschiedenen Tools der Leher einstellen und lernen damit umzugehen. Gut, dann sollen sich die Lehrer eine Klassenstufe einigen – Jetzt müssen die Lehrer schauen, dass sie in der Klassenstufe X das Tool Y benutzen und in der Klassenstufe Z ein anderes Tool.

Es führt also kein Weg daran vorbei, dass sich die Schule auf die Tools einigt, mit denen sie arbeiten wollen!

Tool = Plattform, Cloud, Videokonverenz, Webinar, Programm, App,… ????

In meiner Wahrnehmung werden häufig die Begriffe nicht klar genug voneinander abgegrenzt. In den einleitenden Worten benutzte ich „Tool“ als Füllwort, denn was ist das eigentlich?

Tool = Moodle sein , doch wären wir bei einem Lern-Management-System, einem LMS oder Lernplattform

Tool = Teams, dann ist damit das Microsoft Produkt gemeint, mit dem man Teams bilden und organisieren kann.

Tool = Jitsi, dann meint man eine Videokonferenz-Software, wie es einige gibt. Jitsi ist „Free and open-source“ , d. h. der Programmcode ist frei und öffentlich zugänglich (häufig wird das mit „eher datenschutzkonform“ gleich gesetzt. Außer jitsi werden in der aktuellen Coronazeit (Mai 2020) von weiter Webinar/Videokonferenztools verwendet. zoom, GoToMeeting, Adobe Connect,… um ein paar weitere zu nennen.

Tool = BigBlueButton, auch ein Videokonferenztool, auch open-source und kann in Baden-Württemberg in das Belwü-Moodle eingebunden werden.

Tool = Nextcloud, ein Cloudspeicher, ein Speicherplatz im Netz, mit vielen Erweiterungen, hier werden Daten, Dateien, Bilder und vieles mehr abgelegt.

Nicht weiter erwähnt sind all diese tollen Apps, Programme, Webanwendungen und mehr, diese „Tools“ die soviel Spaß machen.

Weil nun der Begriff Tool so vielfältig besetz ist, muss man genau schauen was gemeint ist.

HomeOffice – mit OBS und Chroma Key – Update

Nach dem nun schon einige Konferenzen ins Land zogen und sich das school@home für viele meiner Schüler noch hinzieht, bekommt mein virtuelles Homeoffice ein kleines Update

Zuerst wurde das Blau durch einen grünen Vorhang ersetzt.

Wenn die Beleuchtung stimmt, kann das grün super ersetzen werden.

Danach habe ich in OBS noch verschiedene Szenen angelegt.

Wenn ich auf meine Schüler warte sitze ich im Café und trinke einen guten Kaffee. Kommen dann meine Schüler in die Konferenz, gehen wir zusammen in die „Schule“ und besprechen was ansteht.

Quelle Pixabay.com: Cafe und Schule

Dazu kommen noch weitere Szenen. Mein „Labor“ oder auch nur das „ich will auf eine Insel zum Entspannen“.

Wenn ich meinen Schülern glauben will, dann lockert das eine Konferenz auf.

Quelle Pixabay.com: Labor
Quelle Pixabay.com: Karibik

Dieses virtuelle Camera setting mit OBS ist super und geht mich vielen Konverenzlools.

Ich habe sie schon in BigBlueButton, Jitsi und in GoMeeting getestet.

Amalik und der Klimawandel

Amalik ist eine fiktive Insel in einer unbekannten Welt.
Sie ist für die folgenden Wochen der Schauplatz einer großen Katastrophe, die die Besucher und Kinder der Insel abwenden sollen.

Inspiriert wurde diese Idee unter anderem von @halbtagsblog und @TeacherRogueOne und vielen weiteren auf Twitter.

Eine kleines Einführungsvideo in den Moodle-Kurs

HomeOffice – mit OBS und Chroma Key

Aktuell (Corona-Schule, Schulschließung, Osterferien,…) sitze ich viel zu Hause und nehme an Webinaren oder Videokonferenzen teil. Außerdem muss auch der Fernunterricht vorbereitet werden.

Aber noch ein Arbeitsplatz mit „Wohnzimmer-Flair“ wollte ich nicht erschaffen.

Version 1 – Der Arbeitsplatz mit Webcam.

So will aber keiner vor seine Schüler treten. Natürlich gibt es Konferenztools wie zum Beispiel Zoom.us die den Hintergrund „verwischen“ können. Aber mein Lieblingstool JitsiMeets kann das nicht (nur als Beta). Und das in unser Moodle angeflanschte BigBlueButton welches ich für mein Unterricht benutze auch nicht.

Version 2 – Der geschönte Arbeitsplatz

Mit etwas Tuch und Stangen, wird eine kleine blaue Kammer draus.

Blau, da war doch was mit Chroma Key. Wenn der Hintergrund in einer Farbe ist, dann kann der Rechner diese Farbe gegen „weg nehmen“, auf transparent stellen. Dann kann man seine Hintergrund mit einem anderen ersetzen. So wie es die großen und kleinen Fernsehstudios oder Youtuber machen.

Dass der Kreis auf dem Bild ist liegt an der WebCam die hat einen Defekt und „Corona sei Dank“ sind die WebCams in den Online-Läden entweder sehr teure oder ausverkauft.

Was muss gemacht werden? Zwischen das Bild der Webcam muss eine Software, die den Hintergrund wegrechnet und austauscht und dann das neue Bild an das Konferenztool weiter reicht. Die Suche ergab, dass OBS-Studio das kann.

Für die Windowsnutzer gibt es dazu ein fertiges VirtualCam-Plugin für mich als Linux-Anwender hieß das einfach mal weitersuchen. Bei https://srcco.de/ wurde ich fündig. Der Artikel „USING OBS STUDIO WITH V4L2 FOR GOOGLE MEET“ beschreibt diesen Ansatz für google-meet aber es geht auch Jitsimeets und BigBlueButton.

Installation von OBS Studio

Da OBS Studio eine „kostenlose Open-Source-Software für Videoaufnahmen und Live-Streaming“ ist und es für Ubuntu ein ppa gibt, folge ich diese Anleitung. (Vorsicht, Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden!)
Originalquelle: https://obsproject.com/wiki/install-instructions#linux

Als Voraussetzung wird ffmpeg benötigt.

sudo apt install ffmpeg

Dann folgt die Installation von OBS-Studio über das ppa.

sudo add-apt-repository ppa:obsproject/obs-studio
sudo apt update
sudo apt install obs-studio

Für die virtuelle Kamera wird der V4L2 loopback driver benötigt, der auch mittels

sudo apt install v4l2loopback-dkms

geholt wird.
Jetzt muss die virtuelle Kamera angelegt werden.

sudo modprobe v4l2loopback devices=1 video_nr=10 card_label="OBS Cam" exclusive_caps=1 

Dieser Befehl legt ein Device namens /dev/video10 an, auf das man später mittels OBS-Tools zugreifen kann.
Da es kein fertiges OBS-Plugin gibt muss es selbst kompiliert werden.

sudo apt install qtbase5-dev 
git clone --recursive https://github.com/obsproject/obs-studio.git 
git clone https://github.com/CatxFish/obs-v4l2sink.git
cd obs-v4l2sink 
mkdir build && cd build

Und nun noch diese Zeile – das sollte alles zusammen hinter dem ‚cmake‘ stehen

cmake -DLIBOBS_INCLUDE_DIR="../../obs-studio/libobs" 
-DCMAKE_INSTALL_PREFIX=/usr .. make -j4 sudo make install


Ich musste noch den CMAKE nachinstallieren.
Bei Debian 10 musste ein Kollee noch die eine Bibliothek nachinstallieren

apt install libobs-dev


Nach dem Starten von OBS kann man unter Tools / Werkzeuge die V4l2 Videoausgabe konfigurieren.
Hier wählt man als V4l2-Gerät das oben erstellte /dev/video10 und startet das Gerät.

  • Bei Quellen die Webcam aus suchen.
  • Dann einen Filter auf diese Quelle gesetzt und die Chroma Key Einstellungen so gewählt, dass es halbwegs gut aussieht.
  • Eine weiter Quelle mit dem Hintergrundbild anlegen. (Als Hintergrund-Bild habe ich mich hier für ein bisschen Karibik [von Pixabay] entschieden.

Version 3 – mein schöner Arbeitsplatz

Das Ergebnis lässt einen die nächste Konferenz leichter ertragen.

IMPULS MusikTheaterTanz

Die Kameliendame von John Neumeier

Seit 10 Jahren gibt es in Stuttgart das Projekt Impuls. Da nehme ich heute zum Anlass einen Alten Beitrag meiner Klasse neu aufleben zulassen. Einen Überblick über die letzten 10 Jahre des IMPULS-Projekt findet man hier (pdf-download).


Im Schuljahr 2010/11 hatten wir eine Ausschreibung zum Impuls-Projekt an die Schule bekommen. Ich stellte meiner Klasse Impuls vor uns bat sie darüber nach zudenken ob wir da mitmachen wollen. Die Schüler waren zuerst skeptisch, da der Ballet-Tanz in ihrer Erfahrungswelt seither keine große Rolle gespielt hatte. Nichts desto trotz schreiben wir eine Bewerbung und hatten sogar Erfolg damit.

Ablauf

Über einen Zeitraum von 14 Tagen kamen vom Ballet Stuttgart ein Choreograph und eine Tänzerin und übten mit den Schülern Tanz und Ausdruckstanz, Immer mit der Geschichte Kameliendame im Hintergrund. Jeden Tag von 8.30 bis 12 Uhr und von 13 bis 15.30 Uhr übten und erarbeiten uns am Ende eine kleine Vorführung. Natürlich gehörte zum Projekt auch ein Besuch des Stuttgarter Ballet mit einer Probe und einer Aufführung.

Vielen Dank an die StaatsTheaterStuttgart für diese tolle Projekt.

Die Kamelinedame – Interpretation der Klasse 9b der Seewiesenschule 2011

Kameliendame – Balletinerpretation der Klasse 9b / SWS 2011

Mach es digital – eine Sammlung von Apps und Anwendung

Ich versuche hier die Anwerdungen, APPs, Idee zu sammeln, die mit den Alltag des Unterichtens leichter machen.

Organisation – Arbeitsplatz

Joplin – eine Evernote alternative mit Browserunterstützung

  • eine alternative zu Evernote / One-Note, in der sogar eine Verschlüsselung möglich ist.
  • mit einer tollen Erweiterung – Joplin Web Clipper
  • als Client/Programm für Mac, Windows und Linux
  • als App für iOS und Android
  • die Einträge können in der eigenen Cloud gehostet werden (z. B. Nextcloud, OneDrive, webDAV oder Dropbox)
  • Quelle: https://zefanjas.de/joplin-eine-ernsthafte-open-source-evernote-alternative/

Keepass2Android – Ein Passwortmanager, für alle die viel unterschiedliche Passwörter veralten müssen

  • Ein Passwortmanager, der z. B. mit der Cloud synchronisieren kann
  • Bitte DATENSICHERHEIT!?! beachten, z. B. gutes Passwort, in der Cloud noch zusätzlich mit einem Key-File sichern.
  • als App für Android
  • als Programm für Linux und Windows
  • als Erweiterung für den Browser

CamScanner

  • eine Foto-App, die das Bild automatisch / manuell aufbessert und sogar entzerren kann.
  • als App für Android und iOS
  • Quelle: https://www.camscanner.com/

Lecture Notes

Dateiaustausch

Nextcloud

  • Clients für alle Systeme
  • Lässt sich leicht aufsetzen (zuhause)
  • es gibt viel Anbieter, die einem für relativ wenig Geld das Hosting anbieten. Ich bin z. B. bei Manitu!

Unterricht – für den Unterricht

Kooperatives Arbeiten

  • zumpad (eignet sich nur für Texte)
    • Die Seiten sind öffentlich / jedoch nicht suchbar
    • Datenschutz, Urheberrecht beachten
  • learnigapps.org ->Pinnwand (geht für Text, Bild, Audio und Video)
    • Die Seiten sind Öffentlich / jedoch nicht suchbar
    • Datenschutz, Urheberrecht beachten

OfficeSchreiben

  • WPS Office
    • Ein Schreibprogramm, das auch Präsentationen, Audio und Video unterstützt
    • Läuft unter Android und iOS
  • Nextcloud – Text -> eine APP für den Nextcloud-Server
    • erlaubt kollaboratives Arbeiten. Je nach Einstellung desjenigen der das Dokument teilt sogar mit und ohne Account
    • Texte werden in Markdown geschreiben. Wer einen freien Markdown-Editor mal testen will, kann das hier tun. Dabei ist zu beachten, dass github.io zu github gehört, und dass die Seiten öffentlich sind. (Datenschutz, ….)

Brainstorming

Gruppenzusammenstellung / Zufallsgenerator

  • Decide now (App, „Glücksrad“) 

Latex

Latex\footnote{\url{https://de.wikipedia.org/wiki/LaTeX}}

Latex ist eine Programiersprache, Markup-Language, eine Textverarbeitung ohne WSIWYG. In einem Texteditor (einfachster Fall) oder in eine Entwicklungsumgebung wie z. B. TexStudio oder Kile schreibt man seine Texte und kompiliert diese anschließend zu PDF.

Seit Jahren suche ich mir in den Sommerferien immer mal was neues aus und dieses Mal traf es Latex.
Ich wollte ein größeres Dokument schreiben, damit ich für meinen kommenden Unterricht vorbereitet bin.

Ziel: Chemie Klasse 8 als Epochen-Unterricht und das Material als OER.

An meiner Schule wir ab dem kommenden Schuljahr 2019/20 Tiefsee eingeführt. Einem Unterricht der als Epoche über mehrer Wochen geht. In dieser Zeit haben die Schüler*innen dann von den Fächern Chemie, Biologie, Physik, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Geografie und WBS (Berufs- und Studienorientierung) nur eins, dafür 6 oder 7 Stunden.

Installation von Latex unter Ubuntu 19.04

Aus der Paketliste mit
sudo apt-get install texstudio
wird das Paket eingespielt und fertig. Damit ich auch von anderen PC darauf zugreifen kann benutzte ich Github.

Das erste .tex – Dokument

Latex ist eine Textverarbeitung die mit Makros arbeitet, das heißt, man hat „Befehle“ die den Text formatieren. Damit der Compiler den richtige Befehlssatz benutzt, muss das im Main-Dokument angegeben werden.

\documentclass[
% Dies sind globale Parameter.
% Schriftgröße
fontsize=12pt,
% Papierformat
paper=a4paper,
% nur einseitige Ausgabe
oneside,
% Titelseite erzeugen
titlepage=on,
% Sprache des Dokuments
ngerman
% Bildunterschriften
captions=nooneline
]{scrartcl} %{article}
\usepackage[a4paper,left=2.6cm, right=2.3cm,top=2.5cm, bottom=3.0cm]{geometry}


% hier beginnt das Dokument
\begin{document}

% das ist eine Überschrift 2 in Wordäquivalent
\section*{Was ist eigentlich Chemie? }


Was ist eigentlich Chemie?\footnote{Das Arbeitsblatt stammt im Original von \cite{ZUM:Chemie}} \newline
Wenn du überlegst, was du dir unter einem Chemiker so vorstellst, wirst
du vielleicht bei einem solchen Bild, wie das links, sofort zustimmen
… \emph{das sieht nach einem Chemiker aus}, oder?

\end{dokument}

Diese Textdatei muss durch einen Kompiler und dann erhält man ein PDF.
In meinem Fall habe ich von den ZUM-Seiten Chemie: Materialien verarbeitet. Diese Materialen, stehen unter ZUM.de unter der Lizenz:

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Darum dürfen meine Materialen als OER auch mit der Lizenz verwendet werden.

Der große Vorteil von Latex gegenüber einem „normalen“ Word oder in meinem Fall Libre-Office ist, dass man die PDF viel genauer beschreiben kann und dass sich das System um so Dinge wie „Literatur-Verzeichnis“ oder Andere Verzeichnisse selbst kümmert.

Die Tiefsee-Epoche Chemie 1.8 – Einstieg in das Fach Chemie in Klasse 8 findet man auf Github. (CC-BY-SA ), WIP Fassung

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